Am Morgen leuchten ihre blauen Blüten am Wegesrand. Schon mittags ist die Wegwarte oft kaum wiederzuerkennen. Dabei bietet diese Wildpflanze Honigbienen und Wildbienen Nektar und Pollen. Auch in der traditionellen Pflanzenkunde spielt sie seit Langem eine Rolle.
Die Gewöhnliche Wegwarte heißt wissenschaftlich Cichorium intybus. Sie blüht in Mitteleuropa vor allem von Juli bis September. Ihre Blüten öffnen sich meist morgens und schließen sich häufig gegen Mittag. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick beim nächsten Morgenspaziergang.
Was macht die Wegwarte so besonders?
Die Wegwarte wächst häufig an sonnigen Wegrändern, auf Böschungen und offenen Flächen. Ihre hellblauen Blüten sitzen an langen, verzweigten Stängeln.
Eine Besonderheit ist der Aufbau ihrer Blüten. Was wie eine einzelne Blüte aussieht, besteht aus vielen kleinen Einzelblüten. Zusammen bilden sie ein sogenanntes Blütenkörbchen.
Das ist typisch für die Korbblütengewächse. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch Löwenzahn und Sonnenblume.
Am Vormittag zeigt die Wegwarte ihre volle Blütenpracht. Gegen Mittag schließen sich die kurzlebigen Blüten häufig wieder. Am Nachmittag bleiben dann vor allem die grünen Stängel sichtbar.
Wofür wurde die Wegwarte traditionell verwendet?

Die Wegwarte ist seit Langem als Nutz- und Heilpflanze bekannt. Dabei müssen wir drei Dinge unterscheiden: traditionelle Pflanzenkunde, Lebensmittel und Kosmetik. Nicht jede überlieferte Anwendung ist auch wissenschaftlich belegt.
Die Wurzel in der traditionellen Pflanzenkunde
Früher wurde vor allem die Wurzel der Wegwarte genutzt. Sie enthält Bitterstoffe und Inulin. Inulin ist ein pflanzlicher Speicherstoff und gehört zu den Ballaststoffen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die traditionelle Verwendung der Wegwartenwurzel bewertet. Dabei geht es um bestimmte pflanzliche Arzneimittel.
Diese Einordnung beruht auf einer langen Anwendungsgeschichte. Ein ausreichender Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien liegt dafür nicht vor.
Auch die Zubereitung als Tee ist überliefert. Wir geben hier bewusst keine allgemeine Dosierungsanleitung. Die EMA bewertet bestimmte Arzneizubereitungen, nicht beliebige selbst hergestellte Tees.
Die richtige Zubereitung und mögliche Vorsichtsmaßnahmen hängen vom jeweiligen Arzneimittel ab. Wer Wegwartenwurzel medizinisch verwenden möchte, sollte dessen Angaben beachten. Bei Unsicherheiten ist fachlicher Rat sinnvoll.
Auch in der Homöopathie wird Cichorium erwähnt. Als „Chicory“ ist die Wegwarte zudem die Bachblüte Nr. 8. Beide Zuordnungen sind kein Beleg für eine medizinische Wirksamkeit.
Die Wegwarte als Lebensmittel
Die wilde Wegwarte ist mit bekannten Gemüsepflanzen verwandt. Dazu gehören Chicorée und Radicchio.
Aus gerösteten Wurzeln bestimmter Zichorienformen wird außerdem Kaffeeersatz hergestellt.
Die Nutzung als Lebensmittel ist jedoch keine medizinische Anwendung. Aus dem Verzehr lassen sich keine bestimmten Heilwirkungen ableiten.
Die Wegwarte in der Hautpflege und Naturkosmetik
Auch die äußerliche Verwendung der Wegwarte gehört zur traditionellen Pflanzenkunde. Pflanzenextrakte können Bestandteile kosmetischer Rezepturen sein.
Ein Pflanzenextrakt allein beweist jedoch noch keine bestimmte Pflegewirkung. Entscheidend ist immer die fertige Rezeptur.
Wir verwenden Wegwartenextrakt beispielsweise in unserer HYAROYAL® Gesichtspflege. Er ist dort Teil einer Rezeptur mit weiteren Pflegebestandteilen.
Unser HYAROYAL® Gesichtsserum kombiniert Wegwartenextrakt mit Hyaluronsäure und Gelée Royale. Auch unsere HYAROYAL® Nachtcreme und Tagescreme enthalten Wegwartenextrakt.
Bei unserer Produktentwicklung achten wir auf nachvollziehbare Rezepturen und eine ehrliche Beschreibung ihrer Eigenschaften. Die traditionelle Verwendung einer Pflanze ist für uns kein Ersatz für einen passenden Produktnachweis.
Wichtig: Traditionelle Anwendungen sind keine wissenschaftlich gesicherten Heilversprechen. Sie ersetzen weder eine medizinische Diagnose noch eine notwendige Behandlung. Auch eine überlieferte Verwendung erlaubt nicht automatisch gesundheitsbezogene Werbung für Lebensmittel.
Die Wegwarte im botanischen Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name | Cichorium intybus L. |
|---|---|
| Pflanzenfamilie | Korbblütengewächse (Asteraceae) |
| Weitere Namen | Zichorie, Wilde Zichorie; regional auch Wegeleuchte, Sonnenwedel oder Sonnenwirbel |
| Herkunft | Natürlich verbreitet unter anderem in Europa, Teilen Asiens und Nordafrikas |
| Standorte | Sonnige Wegränder, Böschungen sowie offene, häufig trockene Flächen |
| Wuchsform | Mehrjährige krautige Pflanze mit kräftiger Pfahlwurzel |
| Blütenfarbe | Meist hellblau bis himmelblau |
| Blütezeit | In Mitteleuropa vor allem Juli bis September |
| Besonderheit | Die Blüten öffnen sich meist morgens und schließen sich häufig gegen Mittag. |
Wann blüht die Wegwarte?
Die Wegwarte blüht in Mitteleuropa hauptsächlich von Juli bis September. Je nach Wetter und Standort kann die Blüte früher beginnen oder länger dauern.
Ein einzelnes Blütenkörbchen bleibt nicht den ganzen Sommer geöffnet. Stattdessen bildet die Pflanze immer wieder neue Blüten.
So kann sie über mehrere Wochen Nahrung für blütenbesuchende Insekten anbieten. Wer die Blüten fotografieren möchte, sollte am besten vormittags nach ihnen suchen.
Warum ist diese Pflanze für Bienen wertvoll?
Für Bienen zählt nicht nur die Schönheit einer Blüte. Wichtig sind vor allem Nektar und Pollen.
Nektar ist eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die Bienen als Energiequelle nutzen. Pollen liefert ihnen unter anderem Eiweiß.
Die Wegwarte gehört zu den sommerlichen Trachtpflanzen. Als Tracht bezeichnen wir in der Imkerei das Nektar- und Pollenangebot, das Bienen sammeln können.
- Blütezeit: Vor allem Juli bis September.
- Nektar: Die Wegwarte gilt als gute Nektarquelle.
- Pollen: Ihr Pollenangebot wird ebenfalls als nützlich für Bienen eingestuft.
- Blütenbesucher: Honigbienen und Wildbienen können die Blüten nutzen.
- Tageszeit: Die Blüten sind überwiegend vormittags geöffnet. Der mögliche Blütenbesuch konzentriert sich daher auf diesen Zeitraum.
Wie viel Nektar eine Wegwarte tatsächlich liefert, hängt auch vom Standort und vom Wetter ab. Eine gute Einstufung als Trachtpflanze bedeutet deshalb nicht automatisch eine große Honigernte.
Aus unserer imkerlichen Erfahrung wissen wir, wie wichtig das Zusammenspiel verschiedener Blühpflanzen ist. Nicht jede Blume muss große Nektarmengen liefern. Auch kleinere Angebote ergänzen die sommerliche Bienenweide.
Wie können wir die Wegwarte erhalten?
Die Wegwarte braucht keinen besonders gestalteten Garten. Sie findet auf sonnigen, offenen Flächen geeignete Standorte.
Entdecken Sie eine Wegwarte am Gartenrand, können Sie diese einfach stehen lassen. Besonders während der Blüte lohnt es sich, solche Bereiche nicht vollständig zu mähen.
Auch zeitlich versetztes Mähen kann helfen. Dabei werden nicht alle Pflanzen gleichzeitig abgeschnitten. So bleiben auf einer Fläche weiterhin Blüten für Insekten erhalten.
Vielleicht sehen Sie die Wegwarte beim nächsten Spaziergang mit anderen Augen. Morgens leuchtet sie blau. Mittags wirkt sie oft unscheinbar. Für Bienen bleibt sie dennoch ein interessanter Teil der sommerlichen Blütenvielfalt.
Unsere Produktauswahl

Unser HYAROYAL® Gesichtsserum kombiniert Hyaluronsäure und Gelée Royale mit Wegwartenextrakt. Es ist als leichte Gesichtspflege für die tägliche Routine gedacht. So findet die Wegwarte auch in unserer Naturkosmetik Verwendung.
HYAROYAL® Serum kennenlernen
Unser HYAROYAL® Gesichtsreiniger ergänzt die tägliche Gesichtspflege. Er enthält unter anderem Panthenol, Allantoin und Honig. Er ist Teil unserer Pflegeserie, aber kein belegtes Beispiel für Wegwartenextrakt.
Gesichtsreiniger ansehen
Unsere HYAROYAL® Nachtcreme enthält Wegwartenextrakt, Gelée Royale, Hyaluronsäure und ausgewählte Pflanzenöle. Sie ist für die abendliche Gesichtspflege vorgesehen. Damit zeigt sie eine weitere Verwendung der Wegwarte in unserer Kosmetik.
HYAROYAL® Nachtpflege ansehen