Wenn im Sommer die ersten Ringelblumen ihre orangefarbenen Blüten öffnen, beginnt eine erstaunlich lange Blütezeit. Sie ist mehr als eine schöne Gartenblume: Ihre Blüten werden seit Langem für die Hautpflege verwendet. Außerdem finden Bienen dort Nahrung.
Die Ringelblume heißt wissenschaftlich Calendula officinalis. Besonders geschätzt werden ihre Blüten. Aus ihnen werden unter anderem Ölauszüge und Salben hergestellt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) dokumentiert die traditionelle Verwendung bei leichten Hautentzündungen. Das bedeutet aber nicht, dass die Wirkung jeder Creme oder Seife mit Ringelblume in Studien an Menschen nachgewiesen wurde.
Wofür wird die Ringelblume verwendet?
Die Ringelblume gehört zu den bekanntesten Pflanzen der traditionellen europäischen Hautpflege. Besonders ihre gelben bis orangefarbenen Blüten werden verarbeitet.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden Ringelblumenzubereitungen bei leichten Hautentzündungen und zur Unterstützung der Heilung kleiner Wunden eingesetzt. Die EMA führt bestimmte Ringelblumen-Zubereitungen für diese Anwendungen als traditionelle pflanzliche Arzneimittel. Entscheidend ist dabei die langjährige Verwendung. Ein ausreichender Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien liegt damit nicht vor.
Im Alltag begegnet uns die Ringelblume vor allem in Hautölen, Salben, Cremes und Seifen. Dabei kommt es auf die jeweilige Zubereitung an. Ein Ölauszug ist zum Beispiel ein Öl, in dem Pflanzenbestandteile ausgezogen wurden. Das ist etwas anderes als ein konzentrierter Pflanzenextrakt oder getrocknete Blüten in einer Seife.
Was steckt in den Ringelblumenblüten?
Die Blüten enthalten verschiedene natürliche Pflanzenstoffe. Dazu gehören Carotinoide, Flavonoide und Triterpene. Carotinoide sind Pflanzenfarbstoffe. Sie sorgen unter anderem für die kräftigen Blütenfarben. Flavonoide und Triterpene sind Gruppen natürlicher Pflanzenstoffe. Forschende untersuchen auch diese Stoffe in der Ringelblume.
Im Labor wurden bei bestimmten Ringelblumen-Zubereitungen Eigenschaften beobachtet, die mit Entzündungsprozessen und dem Schutz vor sogenannten oxidativen Vorgängen zusammenhängen. Solche Laborergebnisse beweisen aber noch keine entsprechende Wirkung auf der Haut von Menschen. Erst recht lassen sie sich nicht ohne Weiteres auf ein fertiges Kosmetikprodukt übertragen.
Was bedeutet hautberuhigend bei Ringelblume?
Auf Kosmetik mit Ringelblume steht häufig „hautberuhigend“. Der Begriff erinnert an die traditionelle Verwendung der Pflanze. Ob eine bestimmte Creme oder Seife die Haut wirklich messbar beruhigt, lässt sich nur anhand der gesamten Zusammensetzung und geeigneter Untersuchungen beurteilen.
Gerade bei einer Seife ist diese Unterscheidung wichtig: Sie wird aufgeschäumt und anschließend wieder abgespült. Aus der traditionellen Anwendung einer Ringelblumensalbe lässt sich deshalb keine vergleichbare Wirkung einer Ringelblumenseife ableiten.
Ringelblume im botanischen Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name | Calendula officinalis L. |
|---|---|
| Pflanzenfamilie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Weitere Namen | Garten-Ringelblume, Goldblume, Sonnwendblume |
| Wuchs | Meist einjährige, buschig wachsende krautige Pflanze |
| Höhe | Je nach Sorte und Standort etwa 20 bis 60 cm |
| Blüten | Gelbe bis orangefarbene Blütenköpfchen |
| Herkunft | Ursprüngliche Herkunft nicht abschließend geklärt; seit Langem besonders im europäischen Raum kultiviert |
| Vorkommen | Gärten, Blumenbeete, Bauerngärten und Balkonkästen |
| Standort | Am liebsten sonnig, mit durchlässigem Boden |
| Typische Blütezeit | Juni bis September, bei günstigen Bedingungen häufig bis Oktober oder zum ersten stärkeren Frost |
Was wie eine einzelne große Blüte aussieht, besteht aus vielen kleinen Blüten. Das ist typisch für die Familie der Korbblütler. Außen sitzen die auffälligen, länglichen Zungenblüten. In der Mitte befinden sich weitere kleine Blüten.
Wann blüht die Ringelblume?
In Deutschland beginnt die Hauptblüte meist im Juni. Viele Pflanzen blühen den ganzen Sommer über bis in den September. Bei mildem Wetter können noch im Oktober und vereinzelt sogar im November Blüten erscheinen.
Die genaue Blütezeit hängt vom Wetter, der Aussaat und dem Standort ab. Wer verblühte Blüten regelmäßig entfernt, kann die Bildung neuer Blüten fördern.
Blütezeit auf einen Blick: Hauptsaison Juni bis September. Häufige Verlängerung bis Oktober. Bei mildem Herbst sind auch spätere Blüten möglich.
Warum ist diese Pflanze für Bienen wertvoll?
Die Ringelblume bietet sowohl Nektar als auch Pollen. Nektar liefert den Bienen vor allem Zucker als Energiequelle. Pollen enthält unter anderem Eiweiß und weitere Nährstoffe, die für die Ernährung der Bienenbrut wichtig sind.
Die britische Gartenbaugesellschaft Royal Horticultural Society (RHS) führt Calendula officinalis als Pflanze für bestäubende Insekten. Dazu zählen Bienen und andere Insekten, die Blüten besuchen.
Wie gut sind Nektar- und Pollenangebot?
Die Ringelblume ergänzt das Nahrungsangebot für Bienen. Sie zählt aber nicht zu den Pflanzen, die besonders große Mengen an Nektar oder Pollen liefern. In der Datenbank Bienenroute wird sie sowohl beim Nektar als auch beim Pollen mit dem Wert 2 bewertet. Auf der dort verwendeten vierstufigen Trachtskala entspricht das einem mäßigen Angebot.
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Nektarangebot | 2 von 4 – mäßig |
| Pollenangebot | 2 von 4 – mäßig |
| Haupttrachtzeit | Juni bis September |
| Späte Blüte | Bei günstigen Bedingungen bis Oktober oder länger |
| Blütenbesucher | Honigbienen, Wildbienen und weitere bestäubende Insekten |
Diese Werte helfen, das Nahrungsangebot einzuordnen. Sie sagen nicht, wie viel Nektar oder Pollen ein Bienenvolk tatsächlich sammelt. Wetter, Sorte und andere gleichzeitig blühende Pflanzen beeinflussen den Besuch.
Welche Ringelblumen helfen Bienen besonders?
Für Bienen sind offene Blüten besonders hilfreich. Dort kommen sie leichter an Nektar und Pollen. Bei stark gefüllten Sorten können zusätzliche Blütenblätter den Zugang erschweren.
Wer Ringelblumen gezielt für Bestäuber pflanzen möchte, wählt deshalb möglichst ungefüllte Sorten. Zusammen mit anderen Blühpflanzen können sie dazu beitragen, über viele Monate ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot bereitzustellen.
Wie lässt sich die Ringelblume im Garten anbauen?
Die Ringelblume ist eine unkomplizierte Gartenpflanze. Sie lässt sich aus Samen ziehen und gedeiht besonders gut an sonnigen Plätzen. Auch ein Balkon mit ausreichend Licht kommt infrage.
- Aussaat: Im Frühjahr direkt ins Beet oder in geeignete Pflanzgefäße säen.
- Standort: Sonnig bis leicht halbschattig, mit gut durchlässigem Boden.
- Blüte verlängern: Verblühte Blüten regelmäßig entfernen.
- Für Bestäuber: Offene, ungefüllte Blüten bevorzugen und auf Pflanzenschutzmittel an blühenden Pflanzen verzichten.
Wer einige Blüten bis zur Samenreife stehen lässt, kann außerdem Samen für das nächste Gartenjahr gewinnen. Die Pflanze sät sich unter günstigen Bedingungen auch selbst aus.
Wie verwenden wir Ringelblume in unserer Seife?
Wir verbinden in unserer Propolis-Honig-Seife traditionelle Bienenzutaten mit ausgewählten pflanzlichen Bestandteilen. Neben Honig und Propolis gehören auch Calendulablüten und Wegwartenextrakt zu unserer Rezeptur.
Unsere Seife wird in Deutschland von Hand hergestellt und enthält kein Palmöl. Sheabutter, Kokosöl und Rizinusöl gehören zu den verwendeten pflanzlichen Fetten. Die Seife ist für die Reinigung von Händen und Körper gedacht.
Uns ist wichtig, zwischen der traditionellen Bedeutung einer Pflanze und der Leistung eines fertigen Pflegeprodukts zu unterscheiden. Die Ringelblumenblüten sind ein Bestandteil unserer Seifenrezeptur. Daraus versprechen wir weder eine medizinische Wirkung noch eine nachgewiesene hautberuhigende Wirkung unserer Seife.
Wer sich für die Verbindung von Bienenprodukten und Pflanzenbestandteilen interessiert, findet die genaue Zusammensetzung und die Anwendungshinweise bei unserer Propolis-Honig-Seife mit Calendulablüten. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Propolis sollte die Seife nicht verwendet werden.
Auch die Wegwarte gehört zu den Pflanzen unserer Rezeptur. Welche Bedeutung ihre blauen Blüten für Bienen haben, erklären wir in unserem Pflanzenporträt über die Wegwarte.
Was sollte man über die Ringelblume wissen?
Die Ringelblume verbindet drei interessante Eigenschaften: Sie ist eine lange blühende Gartenpflanze, ein traditioneller Bestandteil pflanzlicher Hautzubereitungen und eine Nahrungsquelle für bestäubende Insekten.
Ihre traditionelle Verwendung ist gut dokumentiert. Das bedeutet aber nicht, dass jede kosmetische Zubereitung mit Ringelblume dieselbe Wirkung besitzt. Für Bienen zählt vor allem das tatsächliche Angebot an gut erreichbarem Nektar und Pollen. Gerade darin liegt der praktische Wert dieser vielseitigen Gartenblume.
Unsere Produktauswahl

In unserer handgemachten Propolis-Honig-Seife verbinden wir Honig und Propolis mit Calendulablüten, Wegwartenextrakt und pflanzlichen Fetten. Die palmölfreie Seife dient der Reinigung von Händen und Körper. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Propolis sollte sie nicht verwendet werden.
Unsere Propolis-Honig-Seife ansehenPassend dazu
Quellen und Hinweise
- European Union herbal monograph on Calendula officinalis L., flos
- Calendula flower: Summary for the public
- Assessment report on Calendula officinalis L., flos
- Calendula officinalis – Botanischer Garten der Universität Ulm
- Calendula officinalis – Plants of the World Online, Kew Science
- Calendula officinalis – Royal Horticultural Society
- RHS Plants for Pollinators
- Garten-Ringelblume – Bienenroute
- Calendula – Royal Horticultural Society
